Plastikbecher am Meer

Plastikbecher am Meer

Plastik-Flut endlich stoppen

Unsere Meere sind der größte Lebensraum der Erde. Sie sind die Schatzkammern der Artenvielfalt und von unschätzbarem Wert für uns alle. Dennoch vergiften wir sie täglich und müllen sie zu. Ihr Zustand ist mittlerweile katastrophal und der Fortbestand zahlreicher mariner Arten und Lebensräume ist in Gefahr. Die

Plastikflasche am Strand

Plastikflasche am Strand

Weltmeere befinden sich kurz vor dem Zusammenbruch.
Plastik, Landwirtschaft, Fischerei und Politikversagen zerstören Meere. Die Art und Weise der Verschmutzung ist vielfältig und geht über die Vermüllung der Meere hinaus. Sauerstoffarme Todeszonen als Konsequenz der Nährstoffeinträge aus industrieller Landwirtschaft und Massentierhaltung, die Ruß und Schweröl-Emissionen der Schifffahrt, Munitions- und Militäraltlasten sowie der Eintrag von Dünger, Pestiziden und Chemikalien gefährden das gesamte Ökosystem. Auch die Überfischung und Vermüllung unserer Meere durch die Fischerei tragen erheblich zur Zerstörung mariner Ökosysteme bei. Die vielleicht sichtbarste Bedrohung für die Weltmeere im 21. Jahrhundert stellt das radikale Tempo der Verschmutzung der marinen Ökosysteme mit Plastik dar. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass es – sollte es nicht zu fundamentalen Veränderungen im Umgang mit Kunststoffen kommen – im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren geben könnte und 99 Prozent aller Meeresvögel Plastik im Magen haben, wodurch sie auf Dauer keine Nahrung mehr aufnehmen können.
Der Mensch braucht das Meer
Die Zukunft der Menschheit ist unmittelbar mit der Zukunft unserer Meere verknüpft. Gelingt es nicht, in den nächsten Jahren den Raubbau an den Ozeanen und ihre Verschmutzung zu stoppen, sind grundlegende Funktionen der globalen Ökosysteme gefährdet oder sogar irreversibel zerstört. Wir müssen jetzt handeln, denn die größten ökologischen Krisen spielen sich gerade auch im Meer ab: die globale Klimakrise und das weltweite Artensterben.
Daher war es so wichtig, dass das Meer eigenständig in den globalen Nachhaltigkeitszielen aufgenommen wurde und mit der Konferenz im Juni 2017 das konkrete Arbeiten daran begonnen hat. So wichtig eine erste UN-Ozeankonferenz auch war, so erschreckend mager sind aber leider auch die Ergebnisse. Eine windelweiche Abschlusserklärung blieb meilenweit hinter den Problemen zurück. Auch wenn die verstärkte Ausweisung von Meeresschutzgebieten ein kleines Hoffnungszeichen für die Ozeane sein.
Bundesregierung versagt beim Meeresschutz
Die große Koalition hat in der letzten Wahlperiode vier Jahre lang nichts getan und auch jetzt scheinen sie vom Reden nicht ins Handeln zu kommen, um zumindest die wenigen blumigen Worte des Koalitionsvertrages umzusetzen. Union und SPD müssen den Schutz der Meere endlich ernst nehmen. Die aktuellen Zustandsberichte zur Nord- und Ostsee verdeutlichen die dramatische Situation der deutschen Meeresgebiete und legen das politische Versagen der Bundesregierung offen. Die Nord- und Ostsee sind großräumig mit Plastik verschmutzt, die Eutrophierung (unerwünschte Zunahme eines Gewässers an Nährstoffen und damit verbundenes nutzloses und schädliches Pflanzenwachstum) ist fast flächendeckend und keines der Schutzgebiete in der Nord- und Ostsee ist in dieser oder der vergangenen Legislatur tatsächlich unter Schutz gestellt worden. Es wird dort weiterhin ungehemmt gefischt und gebaggert.
Wir Grüne im Bundestag haben mit unseren vielen Anträgen und Initiativen, wie unserem Aktionsplan Meeresschutz, der Regierung auch im Bundestag schon in der letzten Wahlperiode genügend Möglichkeiten gegeben, sich gemeinsam mit uns für den Schutz der Meere einzusetzen – das wurde jedoch stets von CDU/CSU und SPD zurückgewiesen. Die Bundesregierung bleibt untätig.
Daher legen wir jetzt einen ambitionierten Antrag zum Stop der Veschmutzung der Meere mit Plastik vor. Wir machen mit umfassenden Zielen und Maßnahmen deutlich, was für den Schutz der Meere, seiner Ressourcen und der vielen Menschen, die für ihre Ernährung auf das Meer unmittelbar angewiesen sind, sofort in Angriff genommen werden muss.

Unsere Forderungen für einen effektiven Meeresschutz

Müll am Strand

Müll am Strand

-eine internationale Konvention zur Beendigung des Eintrags von Plastikmüll in die Meere mit klaren Strafmechanismen bei Verstößen.
-eine entschlossene Unterstützung der Vorschläge der Europäischen Kommission zur europäischen Plastikstrategie und zur Verringerung der Meeresverschmutzung sowie eine nationale Vorreiterrolle Deutschlands, verstärkt auf Mehrwegprodukte zu setzen als auf Wegwerfplastikprodukte.
-ein generelles Exportverbot von Müll und Schrott zu beschließen.
ein sofortiges Moratorium für jegliche Plastikmüllexporte in Länder mit nachweislich schlechteren Müllentsorgungssystemen auszusprechen und langfristig ein generelles Exportverbot von Müll und Schrott zu beschließen.
Die Meere sind für unser Überleben unentbehrlich. Wir dürfen nie vergessen, dass wir jeden zweiten Atemzug dem Meer zu verdanken haben. Wir müssen anfangen, dieses Bewusstsein ins Zentrum unseres Handelns zu stellen.

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